Prof. Dr. Claus Tiedemann

Universität Hamburg
Fachbereich (ehem.) Sportwissenschaft
seit 2005: Fb. "Bewegungswissenschaft"
jetzt: Inst. f. "Bewegungswissenschaft"

Prof. Dr. Claus Tiedemann, 2017
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Zum "Gewalt" - Begriff
Vorschlag einer allgemeinen und einer speziellen Definition

aktualisiert: 16. Dezember 2015
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"Gewalt" definieren - warum und wie?
defining "force" resp. "violence" - why and how?

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Grenzen und Nutzen dieser Definition(en)
limits and benefits of these definitions


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Erläuterung einiger Definitions-Elemente
explanation of some elements of the definitions

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Ausgewählte Literaturhinweise
selected references





Ganz allgemein: "Gewalt" ist eine Erscheinung, bei der sehr große, starke Kräfte wirken.

Absolutely general: "Force" is a phenomenon, where great, big strengths work.


Spezieller, in Bezug auf "zwischenmenschliche Gewalt", Gewalt unter Menschen: "Gewalt" ist eine uns Menschen natürlich gegebene und kulturell formbare Handlungs-Möglichkeit, bei deren Verwirklichung wir uns selbst oder anderen Schaden androhen oder tatsächlich zufügen.

Especially concerning human conditions: "Violence" is a possibility to act given to us human beings by nature and culturally malleable, at whose realisation we threaten or actually cause damage to ourselves or others.

Diese Gewalt-Definitionen sind Vorschläge, die meines Wissens so noch nicht zur Diskussion gestellt worden sind.
Obwohl die Wortfelder von "force", "violence", "power"und anderen Begriffen im Englischen sich vom Deutschen zum Teil stark unterscheiden, biete ich hier auch eine Übersetzung meiner "Gewalt"-Definitionen ins Englische an, um damit die internationale Diskussion anzuregen. Eine ausführlichere Erörterung der besonderen Begriffs-Problematik im Englischen habe ich beim X. CESH-Kongress im November 2005 in Sevilla in englischer Sprache vorgetragen; einen weiteren Kurz-Vortrag habe ich im Februar 2006 beim "dies academicus" des (neu so benannten) Fachbereichs "Bewegungswissenschaft" der Universität Hamburg gehalten. Beide sind im Internet veröffentlicht (siehe unten im Literaturverzeichnis!).

Im Folgenden begründe ich erstens, warum und wie ich "Gewalt" definier(t hab)e, zweitens erörtere ich Grenzen und Nutzen meines Definitionsvorschlags, und drittens erläutere ich einzelne Elemente meiner Definitionen.

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1. "Gewalt" definieren - warum und wie?

Gewalt zu definieren ist schwierig. Dennoch sind die meisten Autoren der Meinung, dass eine Definition von "Gewalt" nützlich und notwendig sei. Aber selten bieten solche Autoren eine eigene Definition von "Gewalt" an.

Grundsätzlich muss m. E. jeder Wissenschaftler einen möglichst klaren Begriff von den zentralen Gegenständen seiner Wissenschaft haben. Die Philosophin, Soziologin und Politik-Wissenschaftlerin Hannah Arendt hat schon 1970 beklagt, "dass unsere Fachsprache nicht unterscheidet zwischen Schlüsselbegriffen wie Macht, Stärke, Kraft, Autorität und schließlich Gewalt" (2005, S. 69). Sie hat allerdings auch ihre Skepsis geäußert, "dass Definitionen hier viel helfen können". Trotzdem hat sie der "Versuchung" "kurz nachgegeben", diese zentralen Begriffe zu definieren (2005, S. 69 - 73). Ich arbeite seit einiger Zeit daran, diesem Mangel in meiner (sport- bzw. kulturwissenschaftlichen) Fachsprache mit eigenen Definitionsvorschlägen für "Sport" und "Bewegungskultur" abzuhelfen. Da ich mich mit vielen kulturellen Aspekten (nicht nur der Sportwissenschaft) beschäftige, arbeite ich an weiteren Begriffsklärungen. Zum Begriff "Gewalt" sowie zum Begriff "Aggression" habe ich seit 2005 meine Definitionvorschläge zur Diskussion gestellt. Für den Begriff "Kunst" habe ich 2006 einen Definitions-Vorschlag gemacht und 2007 in einem Vortrag erläutert; das Gleiche gilt seit 2008 für den Gegenbegriff von "Gewalt", für den Begriff "Frieden", 2011 grundlegend dargestellt im Beitrag "Frieden und Sport" im Handbuch Frieden.

Als ich mich mit dem Thema "Gewalt in Bewegungskultur und Sport" beschäftigte, fand ich eine ähnliche Situation vor, wie sie schon Hannah Arendt beschrieben hatte. Sowohl in Philosophie, Psychologie, Soziologie und Pädagogik als auch in der Sportwissenschaft entstehen durch Beliebigkeit und Unklarheit im Umgang mit dem Gewalt-Begriff bedeutsame Schwierigkeiten. In der Sportwissenschaft beispielsweise haben Untersuchungen zum Verhalten von Hooligans meines Erachtens nichts zu tun mit dem Thema "Gewalt im Sport", unter dem sie von (Sport-) Soziologen meistens verhandelt werden. Diese m. E. unzulässige Verknüpfung resultiert aus einem Sport-Begriff, der völlig offen ist, den einzugrenzen die meisten Sportwissenschaftler vermeiden.

Wer sich mit dieser Entwicklung (bzw. mit diesem Zustand) nicht abfinden mag, muss sich dem mühevollen Unterfangen stellen, auch den Begriff "Gewalt" (als zentralen Gegenstand vieler Wissenschaften) zu klären, seinen Umfang bzw. seine Grenzen zu bestimmen, und das heißt, "Gewalt" (und andere Schlüsselbegriffe) zu definieren; und diese (Arbeits-) Definition muss öffentlich bekannt gegeben, zur Diskussion gestellt werden. Dies tue ich hiermit in der Hoffnung auf fördernde Resonanz aller derer, die sich um klare Begriffe in den Menschen-Wissenschaften bemühen.

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Eine Definition soll die Bedeutung eines Begriffs bestimmen, festlegen, ein- bzw. abgrenzen. Man kann mehrere Arten des Definierens unterscheiden: Realdefinition, Nominaldefinition, Feststellungsdefinition, ostentative und operationale Definition. Ich schlage eine sogenannte Realdefinition (Wesensbestimmung) vor. Sie soll - als Antwort auf die Frage "was ist ...?" - das Wesen des Gegenstandes eines Begriffes festlegen durch Angabe der nächsthöheren Gattung (genus proximum) und des artbildenden Unterschiedes (differentia specifica). Und "Fehler" kann man bei einer regelrechten Definition auch machen, wenn sie z.B. zu eng oder zu weit ist, Widersprüche enthält, unklar formuliert ist, eine negative Formulierung oder gar das zu definierende Wort selbst enthält (vgl. ULFIG (1999), Stichwort "Definition", S. 77 - 78.).

Wenn man eine solche Realdefinition erarbeiten will, wie sie in den meisten Wörterbüchern und Lexika geboten wird, muss man sich zunächst also Gedanken machen, zu welcher Gattung Gewalt gehört, welche Begriffe auf derselben Ebene angesiedelt sind und welches die nächsthöhere Gattung bzw. Begriffsebene (genus proximum) ist. Den Begriff Apfel z.B. der Gattung Obst zuzuordnen, würde einen Schritt zu weit gehen, weil Kernobst die nächsthöhere Gattung ist. Diese Zuordnung ist bei dem Wort "Gewalt" besonders schwierig, weil es ein so großes Bedeutungsfeld hat. In einem ersten Zwischen-Schritt habe ich mich deshalb entschlossen, das Wort "Gewalt" in seiner ganz allgemeinen Bedeutung zu definieren. Ich lasse es in seiner vielfältigen Allgemeinheit aber undiskutiert stehen, weil in der Sportwissenschaft (und in anderen Menschenwissenschaften) eine besondere Bedeutung des Worts "Gewalt" im Mittelpunkt steht: die zwischen-menschliche Gewalt. Für mich ist die nächsthöhere Gattung für den ganz allgemeinen Begriff "Gewalt" "Erscheinung". Gewalt ist - in seiner ganz allgemeinen Bedeutung - eine von vielen Erscheinungen. Für "zwischenmenschliche Gewalt (unter Menschen)" ist die nächsthöhere Gattung "Handlungs-Möglichkeit". Gewalt in diesem besonderen Sinne ist eine von mehreren Möglichkeiten zu handeln, zwischen denen wir Menschen wählen können und verantwortlich wählen müssen.

Im zweiten Schritt muss man den "artbildenden Unterschied" (differentia specifica) benennen, also das, was - im Falle des ganz allgemeinen "Gewalt"-Begriffs - die Erscheinung Gewalt von anderen Erscheinungen unterscheidet, bzw. was - im Falle des engeren "Gewalt"-Begriffs - die Handlungsmöglichkeit Gewalt von anderen Handlungs-Möglichkeiten unterscheidet. Dies sollte so knapp und klar wie möglich formuliert werden mit Worten bzw. Begriffen, die möglichst allgemein verständlich sind.
Aus der grundsätzlichen Notwendigkeit, dass die hierbei verwendeten Begriffe ja ihrerseits wieder definiert werden müssten, folgern einige Autoren, dass ein solches Vorgehen infinit oder gar zirkulär sei. Das Letzte wäre ein schwerwiegender Verstoß gegen die Definitions-Regeln; daher könne bzw. müsse man solches gar nicht erst versuchen. Dieses Bedenken ist ebenso puristisch wie unfruchtbar. Meines Erachtens ist es sowohl hinreichend als auch notwendig, die in der Tat logisch denkbare Zirkularität als eine "Unschärfe" in Kauf zu nehmen, um praktisch einen großen Gewinn an begrifflicher Klarheit zu erwerben.
Selbstverständlich ist auch diese Definition subjektiv, das Ergebnis (m)einer Handlung und (m)einer Entscheidung; andere werden anders handeln und entscheiden. Wissenschaft besteht natürlich aus dem Auseinandersetzen mit anderen Subjekten, ihren Handlungen und Entscheidungen - mit dem Angebot, das eigene Handeln und Entscheiden nachvollziehbar zu begründen und damit nachprüfbar zu machen. Wenn Wissenschaftler (ebenso wie viele zur Zeit maßgebliche Sportwissenschaftler) den Standpunkt vertreten, man könne "Gewalt" nicht definieren, so verweigern sie sich dem, was (Gewalt- und Sport-) Wissenschaft grundlegend ausmacht; sie bleiben damit im Alltags-Sprachgebrauch.

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2. Grenzen und Nutzen dieser Gewalt-Definition

Meine Definitionsvorschläge mögen neu und ungewohnt sein. Der Unterschied gegenüber dem alltags- und umgangssprachlichen "Gewalt"-Begriff ist unvermeidlich - das ist der Preis der (angestrebten) Klarheit und Genauigkeit. Man mag auch - wie Hannah Arendt - meinen, neue Definitionen anzubieten, helfe nicht viel; immerhin hilft es vielleicht ein wenig. Meine Vorschläge bieten eine sehr allgemeine und eine etwas weniger allgemeine sprachliche Kennzeichnung für das Besondere von "Gewalt". Ich hoffe, mit diesen wenigen Worten das Wesentliche erfasst zu haben. Siehe dazu auch die Erläuterungen weiter unten!

Der m. E. größte und allgemeine Nutzen dieser Begriffsklärung entsteht für den wissenschaftlichen Diskurs: Wenn Menschen-Wissenschaftler voneinander wissen, was sie jeweils unter "Gewalt" verstehen, können sie - gerade bei verschiedenen Auffassungen - miteinander reden in klarem Bewusstsein ihres je unterschiedlichen Gebrauchs eines zentralen Begriffs ihrer Wissenschaft.

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3. Erläuterung einzelner Elemente meiner spezielleren "Gewalt"-Definition

Zur Klärung für die hoffentlich einsetzende Diskussion meiner Definitions-Vorschläge erläutere ich im Folgenden kurz einzelne Elemente meiner spezielleren "Gewalt"-Definition. Ich gehe davon aus, dass die wenigen Worte meiner allgemeinen "Gewalt"-Definition ohne weiteres verständlich sind, und beschränke mich in diesem Fall auf einen sprachlichen Hinweis: Zu "Gewalt" als allgemeiner Erscheinung gehört das Adjektiv (Eigenschaftswort) "gewaltig", zur zwischenmenschlichen "Gewalt" gehört das Adjektiv "gewaltsam".

"Handlungsmöglichkeit": "(Zwischenmenschliche) Gewalt" verstehe ich als eine Möglichkeit zu handeln, eine von mehreren. Das dazugehörige Adjektiv ist "gewaltsam", das mit seiner Endung deutlich auf die Handlungsebene weist. "(Zwischenmenschliche) Gewalt" ist für mich weder eine Eigenschaft noch ein (Beziehungs-) Verhältnis, ein Zustand oder Ähnliches, dies sind Beispiele für falsche kategoriale Zuordnungen, für falsch gewählte "nächsthöhere Gattungen". Da Gewalt nur eine von vielen Handlungs-Möglichkeiten ist, sind wir verantwortlich dafür, ob und wie wir von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.

"natürlich gegeben": Diese Handlungs-Möglichkeit ist allen (gesunden) Menschen - als eine Möglichkeit! - grundsätzlich gemeinsam; sie gehört zu unserer genetischen Ausstattung als Menschen. Es gibt natürlich (!) allgemeine Unterschiede in dieser Ausstattung, insbesondere wohl solche zwischen männlich und weiblich, und es gibt natürlich besondere Unterschiede zwischen den Individuen.

"kulturell formbar": Auf der Grundlage der natürlichen Umstände und Bedingungen, die von den Menschen in immer weiterem Ausmaß auch verändert werden, entwickeln die Menschen ihre Lebensformen gesellschaftlich / kulturell. In der Stammesgeschichte, im Tier-Mensch-Übergangsfeld bedeutet die Fähigkeit zur (Selbst-) Reflexion den entscheidenden Schritt von "tierischer" zu "menschlicher" Entwicklung. Kultur ist die bewusste Gestaltung der eigenen Entwicklung, sowohl auf der Ebene der menschlichen Gattung als auch auf der des einzelnen Menschen. Es gibt einerseits in allen Kulturen (Gesellschaften) eine tiefe Übereinstimmung darin, dass (zwischenmenschliche) Gewalt grundsätzlich "verboten" ist, zumindest prekär und der Rechtfertigung bedürftig, selbst wenn sie in Notwehr ausgeübt wird. Andererseits gibt es keine Kultur (Gesellschaft), in der es tatsächlich überhaupt keine Gewalt gäbe. Gesellschaften unterscheiden sich - unter anderem - darin, wie sie mit real ausgeübter Gewalt umgehen. Und die Individuen haben außer dem kulturell Übernommenen (Religion, Sitte, Tradition usw.) grundsätzlich eine je persönliche Entscheidungs-Möglichkeit, ob und wie sie von der Handlungs-Möglichkeit Gewalt Gebrauch machen wollen. Wir können uns eine persönliche Haltung zum ethischen Gewaltproblem erarbeiten.

"Schaden": Die Verwirklichung der Handlungs-Möglichkeit Gewalt bedeutet in jedem Fall eine schwere Verletzung der personalen Integrität eines anderen Menschen oder auch seiner selbst. Die Erscheinungsformen der zwischenmenschlichen Gewalt, gewaltsamen Handelns, sind vielfältig, sei das Handeln nun ein aktives Tun oder ein Unterlassen, sei das Handeln aktiv oder reaktiv, direkt oder vermittelt, seien die Handlungen direkt sichtbar oder nicht, sei der Schaden nun seelisch, körperlich oder sozial, träten die Wirkungen direkt ein oder später. Auch Doping ist eine Form der Gewalt (gegen sich selbst), ebenso sind es die Erscheinungen von Magersucht bei Läufer(inne)n, Skispringern, Turner(inne)n, Gymnastinnen, das übermäßige Training der Dehnfähigkeit bei Turner(inne)n, Gymnastinnen, Eiskunstläufer(inne)n usw. Einen Schaden erleidet in erster Linie selbstverständlich das menschliche Gewalt-Opfer; aber auch Gewalt-Täter verletzen ihre eigene menschliche Würde, "nehmen Schaden an ihrer Seele", um es biblisch auszudrücken.

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4. Ausgewählte Literatur zum Begriff "Gewalt" und seiner Definition (sowie zum Themenfeld "Gewalt in Bewegungskultur und Sport"):

  • ARENDT, Hannah: On Violence. (1969) San Diego, New York, London: Harcourt Brace & Company 1970, and London: Penguin 1970.

  • ARENDT, Hannah: Macht und Gewalt. (1969, 1970) (München: Piper 1970) Aus d. Engl. übs. v. G. Uellenberg. Mit einem Vorwort v. Wolfgang Heuer. Frankfurt a.M., Wien, Zürich: Büchergilde Gutenberg 2005.

  • BLECKING, Diethelm: Sport, Politik und Gewalt - Vom antiken Olympia zur XFL-League. In: Zs. SportZeit, Göttingen, 1 (2001), Heft 3, S. 57 - 67.

  • BLECKING, Diethelm: Sport tut Deutsch-Südwest gut. Frei vagabundierende Gedanken zu Simon Geissbühlers Replik. In: Zs. SportZeit, Göttingen, 2 (2002), Heft 2, S. 84 - 89.

  • DUERR, Hans Peter: Die Tatsachen des Lebens. Der Mythos vom Zivilisationsprozeß. Band 5. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2002 Taschenbuchausgabe: 2005 (= suhrkamp taschenbuch; 3671).

  • DUNNING, Eric: Sport und Gewalt in sozialhistorischer Perspektive. (Aus d. Engl. übs. v. P. Jobke.) In: Sport und Gesellschaft. Die Kehrseite der Medaille. Hg.: Th. Kutsch; G. Wiswede. Königstein: Hain 1981. S. 135 - 152.

  • DUNNING, Eric: Gewalt und Sport. In: Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Hg.: W. Heitmeyer; J. Hagan. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002. S. 1130 - 1152.

  • DUNNING, Eric: Violence and Sport. In: International Handbook of Violence Research. Hg.: W. Heitmeyer; J. Hagan. Dordrecht; Boston; London: Kluwer Academic Publ. 2003. S. 903 - 920.

  • ELIAS, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation. Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen. (Basel 1939) 2 Bände. 2., um eine Einleitung vermehrte Aufl. Bern: Francke 1969. Nachdruck in vielen Auflagen seit 1976 in Frankfurt a.M.: Suhrkamp-Verlag (= suhrkamp taschenbuch wissenschaft; 158 + 159). In Engl. Fassung erschienen seit 1978 unter dem Titel "The Civilizing Process"; integrated edition, revised by E. Dunning, J. Goudsblom and S. Mennell, Oxford: Blackwell 2000.

  • ELIAS, Norbert: An Essay on Sport and Violence. (Zuerst 1976 in französ. Sprache erschienen, in: Actes de la Recherche en Sciences Sociales II, Heft 6, S. 2 - 19) In: N. Elias; E. Dunning: Quest for Excitement. Sport and Leisure in the Civilizing Process. Oxford; New York: Blackwell 1986. S. 150 - 174.

  • ELIAS, Norbert: Sport und Gewalt (1986). In: Sport und Spannung im Prozeß der Zivilisation. Hg.: N. Elias; E. Dunning. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2003. S. 273 - 315.

  • EULER, Harald A.: Die Beitragsfähigkeit der evolutionären Psychologie zur Erklärung von Gewalt. In: Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme. Hg.: W. Heitmeyer; H.-G. Soeffner. Frankfurt a.M.: Suhrkamp: 2004 (= edition suhrkamp; 2246). S. 411 - 435.

  • GABLER, Hartmut: Artikel "Gewalt". In: Sportwissenschaftliches Lexikon. 7., völlig neu bearb. Aufl. Hg.: P. Röthig; R. Prohl u.a. Schorndorf: Hofmann 2003. S. 226.

  • GALTUNG, Johan: Strukturelle Gewalt. Beiträge zur Friedens- und Konfliktforschung. Reinbek: Rowohlt 1975.

  • GALTUNG, Johan: Sports as Carrier of Deep Culture and Structure. In: Current Research on Peace and Violence (1982) 2/3, S. 133 - 143.

  • GEIB, Norbert W. H.: Artikel "Gewalt". In: Handbuch psychologischer Grundbegriffe. Mensch und Gesellschaft in der Psychologie. Hg.: G. Rexilius; S. Grubitzsch. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Verlag 1981 (= rororo; 6237). S. 410 - 421.

  • GEISSBÜHLER, Simon: Gewalt im Sport - Eine (ebenfalls polemisierende) Replik. In: Zs. SportZeit, Göttingen, 2 (2002), Heft 2, S. 75 - 83.

  • HAHN, Erwin: Artikel "Gewalt (violence)". In: Sportwissenschaftliches Lexikon. Red.: P. Röthig (Leitung). 6., völlig neu bearb. Aufl. Schorndorf (Hofmann) 1992. S. 183 (= Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport; 49/50).

  • HEITMEYER, Wilhelm; John HAGAN (Hg.): Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002.

  • HEITMEYER, Wilhelm; Hans-Georg SOEFFNER (Hg.): Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 2004 (= edition suhrkamp; 2246).

  • HÜGLI, Anton: Was verstehen wir unter Gewalt? Begriff und Erscheinungsformen der Gewalt. In: Gewalt. Ursachen, Formen, Prävention. Hg.: J. Küchenhoff; A. Hügli; U. Mäder. Gießen: Psychosozial-Verlag 2005. S. 19 - 42.

  • HUISKEN, Freerk: "Sport und Gewalt". 5 Thesen zur Frage der Gewaltprävention durch den Sport. (2001) Internet-Veröffentlichung, URL: http://www.fhuisken.de/sportgewalt.htm; letzter Zugriff: 01. 08. 2011.

  • IMBUSCH, Peter: Der Gewaltbegriff. In: Internationales Handbuch der Gewaltforschung. Hg.: W. Heitmeyer; J Hagan. Wiesbaden: Westdeutscher Verlag 2002. S. 26 - 57.

  • IMBUSCH, Peter: The Concept of Violence. Aus d. Deutschen übs. v. TRADUKAS. In: International Handbook of Violence Research. Hg. W. Heitmeyer; J. Hagan. Dordrecht; Boston; London: Kluwer Academic Publ. 2003. S. 13 - 39.

  • IMBUSCH, Peter: 'Mainstreamer' versus 'Innovateure' der Gewaltforschung: Eine kuriose Debatte. In: Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme. Hg.: W. Heitmeyer; H.-G. Soeffner. Frankfurt a.M.: Suhrkamp: 2004 (= edition suhrkamp; 2246). S. 125 - 148.

  • KÜCHENHOFF, Joachim; Anton HÜGLI; Ueli MÄDER (Hg.): Gewalt. Ursachen, Formen, Prävention. Gießen: Psychosozial-Verlag 2005.

  • NUNNER-WINKLER, Gertrud: Überlegungen zum Gewaltbegriff. In: Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme. Hg.: W. Heitmeyer; H.-G. Soeffner. Frankfurt a.M.: Suhrkamp: 2004 (= edition suhrkamp; 2246). S. 21 - 61.

  • PEUCKERT, Rüdiger; Albert SCHERR: (Stichwort) "Gewalt". In: Grundbegriffe der Soziologie. Hg.: B. Schäfers. 8., überarb. Aufl. Opladen: Leske + Budrich 2003. S. 114 - 118.

  • PILZ, Gunter A. (Hg.): Sport und körperliche Gewalt. Reinbek: Rowohlt Taschenbuch Vlg. 1982 (= rororo sport - Arbeitsbücher Sport; 7603).

  • PILZ, Gunter A.: Kampfkunst - Chance der Gewaltprävention? In: Der friedliche Krieger. Budo als Methode der Gewaltprävention. Hg.: U. Neumann u.a. Marburg: Schüren 2004. S. 10 - 26.

  • RIEL, Raphael van: Gedanken zum Gewaltbegriff. Drei Perspektiven. Hamburg 2005 (= Arbeitspapier Nr. 5/2005 der Universität Hamburg, Forschungsstelle Kriege, Rüstung und Entwicklung).
    - PDF-Datei (227 KB)

  • SCHROER, Markus: Gewalt ohne Gesicht. Zur Notwendigkeit einer umfassenden Gewaltanalyse. In: Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme. Hg.: W. Heitmeyer; H.-G. Soeffner. Frankfurt a.M.: Suhrkamp: 2004 (= edition suhrkamp; 2246). S. 151 - 173.

  • SOEFFNER, Hans-Georg: Gewalt als Faszinosum. In: Gewalt. Entwicklungen, Strukturen, Analyseprobleme. Hg.: W. Heitmeyer; H.-G. Soeffner. Frankfurt a.M.: Suhrkamp: 2004 (= edition suhrkamp; 2246). S. 62 - 85.

  • TIEDEMANN, Claus: " Gewalt, Kampf und Aggression in Sport und Bewegungskultur". Vortrag beim X. Internationalen CESH-Kongress 2. - 5. November 2005 in Sevilla (überarbeitete deutsche Fassung mit Anmerkungen und Literatur; vorgetragen habe ich in Englisch, siehe unten!).
    - PDF-Datei (88 KB)
    - Englische Version (wie vorgetragen, ohne Anmerkungen und Literatur); PDF-Datei (40 KB)

  • TIEDEMANN, Claus: "Aggression" und "Gewalt". Ein Versuch, diese wichtigen Begriffe zu klären und sie so wieder in den sportwissenschaftlichen Diskurs zurückzuholen. Vortrag beim "dies academicus" des Fachbereichs Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg am 2. 2. 2006.
    - PDF-Datei (30 KB)

  • TIEDEMANN, Claus: Olympismus und Friedens-Hypothese, oder: Sport und Frieden - Wunsch und Wirklichkeit. In: A. Bruns; W. Buss (Hrsg.): "Sportgeschichte erforschen und vermitteln." Jahrestagung der dvs-Sektion Sportgeschichte vom 19.-21. Juni 2008 in Göttingen (S. 169-177).
    - PDF-Datei (55 KB)

  • TIEDEMANN, Claus: Frieden und Sport. In: Hans J. Gießmann; Bernhard Rinke (Hrsg.): Handbuch Frieden. Wiesbaden: VS-Verlag (2011). S. 564 - 573.
    - Zusammenfassung und "Fulltext Preview" der ersten Seite
    - Manuskript des Handbuch-Beitrags (72 KB)

  • VOLKAMER, Meinhard: "Das tut man nicht" In: Sportethik. Regeln - Fairneß - Doping. Hg.: C. Pawlenka. Paderborn: mentis 2004. S. 163 - 166.

  • WEBER, Max: Soziologische Grundbegriffe. (1921) 6., erneut durchgesehene Aufl. mit einer Einführung v. J. Winckelmann. Tübingen: Mohr (Siebeck) 1984 (= UTB; 541).

  • WIEVIORKA, Michel: Die Gewalt. (Paris: Éditions Balland 2004) Gekürzte deutsche Ausgabe, übs. aus d. Franz. v. M. Bayer. Hamburg: Hamburger Edition HIS 2006.


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